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Heine Heinrich

 

Unterm weißen Baume sitzend...

 

Unterm weißen Baume sitzend,
Hörst du fern die Winde schrillen,
Siehst,  wie oben stumme Wolken
Sich in Nebel decken hüllen;

     

Siehst,  wie unten ausgestorben
Wald und Flur, wie kahl geschoren;
Um dich Winter,  in dir Winter, 
Und dein Herz ist eingefroren.

    

Plötzlich fallen auf dich nieder
Weiße Flocken,  und verdrossen 
Meinst du schon, mit Schneegestöber
Hab der Baum dich übergossen.

    

Doch es ist kein Schneegestöber,
Merkst es bald mit freudgem Schrecken; 
Duftge Frühlingsblüten sind es,
Die dich necken und bedecken.

    

Welch ein schauersüßer Zauber!
Winter wandelt sich in Maie, 
Schnee verwandelt sich in Blüten,
Und dein Herz es liebt aufs neue
 
Heinrich Heine